Bürgerinitiative Lebenswertes Hüls e.V.
Bürgerinitiative Lebenswertes Hüls e.V. 

Torflinsen –
massive Schäden an der Bückeburg in Hüls


Die Bausubstanz des historischen Gebäudes der „Bückeburg“ in der Rektoratsstraße ist, wie die Presse jetzt berichtete und wie jede Hülserin und jeder Hülser selber in Augenschein nehmen kann, in Gefahr.
Im Zusammenhang mit dem BP 550 hat die Bürgerinitiative „Lebenswertes Hüls e.V. immer wieder auf die Risiken der Anlieger, angrenzend an den Baugrund des BP 550
(ca. 30.000 qm) mit dessen Planungsgrenzen und darüber hinaus, hingewiesen. Von den derzeit Verantwortlichen in der Politik wurde das immer abgetan mit dem Hinweis: „Wir wollen die Gutachten abwarten“. So war vor wenigen Monaten noch in der Presse zu lesen, dass es mit dem Vorhaben weitergehe. Worauf diese Einschätzung  beruht, darauf wurde geflissentlich nicht weiter eingegangen, aber Stimmung für das Bauvorhaben gemacht. Dabei wurden die treibenden Kräfte hinter dem BP550 zitiert.

Jetzt zeigt sich, wie hochbrisant und tagesaktuell die Bedenken, die die Bürgerinitiative Lebenswertes Hüls e.V. seit langen geäußert hat, sind. Eine lange Trockenperiode hat simuliert, was passiert, wenn man die Bodenbeschaffenheit in seinen Planungen nicht berücksichtigt. In dem Niedermoortorfgebiet (Niederterrassen) kommt es nämlich bei Trockenlegung von Torflagen bzw. lokalen Torflinsen zu Absenkungen durch die Mineralisierung des Torfes und die können Gebäude in ihrer Statik erheblich gefährden. Leider trifft es nun auch noch ein äußerst geschichtsträchtiges Gebäude in Hüls, nämlich die Bückeburg (Bericht in der RP vom 26.05.2020). Geschätzte Sanierungskosten für die Stabilisierung der Fundamente und Schließung der Risse in den Wanden: ca. 200 000 - 300 000,- €.
Unser Bezirksvorsteher will das Gebäude erfreulicherweise erhalten wissen.

Was sind die Fakten: Die Bückeburg ist das erste Gebäude, dass nach der Abrisskante von der Mittelterrasse am Übergang zur Niederterrasse an der Rektoratsstraße gebaut wurde. Es wurde wie früher üblich auf Streifenfundamente gesetzt. Wenn nun der Untergrund partiell nachgibt, wird die Statik sofort gefährdet. Und dieser Bereich in dem das Gebäude steht gehört zu einem Niedermoortorfgebiet, was auch die Karten des geologischen Dienstes klar zeigen.

Genau diese Situation liegt im gesamten Baugebiet 550 vor. Denn auch dort gibt es viele Anlieger-Gebäude, die nicht mit einer weißen Wanne bebaut wurden, sondern in traditioneller Art mit Streifenfundamenten. Unsere Befürchtung ist, dass durch die Trockenlegung von Torflinsen, aufgrund der Erschließungs- und langjährigen Baumaßnahmen genau solche Senkungen entstehen wie an der Bückeburg. Dass unsere Annahmen und Aussagen berechtigt waren und sind, zeigt sich nun nicht durch Baumaßnahmen, sondern durch eine lange Trockenperiode. Die gefürchtete Trockenlegung durch Baumaßnahmen wird quasi durch eine lange Trockenperiode simuliert und verifiziert, leider mit bedauernswerten Auswirkungen an der Bückeburg.
Es lassen sich eben geologische Gegebenheiten nicht durch den politischen Willen Einzelner eliminieren.

Trotz zahlreicher Hinweise an die für den BP550 Verantwortlichen, beharrten diese weiterhin auf den BP 550.
Den Bürgern, die gegen den BP 550 argumentieren, wurde vorgeworfen, dass sie ja nur Partikularinteressen verträten. Nun muss man sich anhand der Ereignisse fragen, wer hier Partikularinteressen vertritt. Sind es die über 100 Anlieger mit Ihrem berechtigten Schutz von Eigentum oder Wohnungen oder sind es die vergleichbar wenigen Eigentümer, die  Ihre Gärten gerne veräußern möchten, aber zu über 90 % von der Gefährdungslage rund um das Baugebiet nicht betroffen sind?  

Da sich unser Bezirksvorsteher so vehement für den Erhalt der Bückeburg einsetzt, gehen wir davon aus, dass er sich – seiner politischen Verantwortung verpflichtet – jetzt auch mit gleichem Engagement für den Erhalt der Häuser der Anlieger des BP 550 einsetzt, damit ihm nicht unterstellt werden kann, er würde dies nur für ein  Gebäude tun, das ihm öffentlichkeitswirksame Zustimmung versprechen kann.

Damit die geologischen Hintergründe von allen leicht verstanden werden können, hat der Verein Lebenswertes Hüls eine Simulation zusammengestellt. Bei deren Erstellung haben Janina Drinda und bei der musikalischen Untermalung Frau Evelyn Becker mit Hr. Dipl. Des. Stefan Hemmers mitgewirkt, denen an dieser Stelle herzlich für ihre Unterstützung gedankt wird.  

Wir hatten übrigens vor, mit der Veröffentlichung der Simulation 

„Wenn politischer Wille auf Torf baut“ auch entsprechende Links von Suchmaschinen anzuzeigen (Torflinsen, Bauschäden usw.). Das hat sich nun auf eine traurige Art und Weise durch die Ereignisse um die Bückeburg erledigt.

Es geht nun nicht mehr um Glauben und politischen Willen, sondern um Fakten.


Bevor Sie dem Link zur Simulation folgen, sollten Sie aber unbedingt noch wissen, dass es uns nicht nur um den Baugrund und den Schutz vorhandener Bausubstanz geht, sondern auch in besonderer Weise um den  Aspekt des Naturschutzes in der einmaligen Gartenlandschaft und um die kritische Verkehrssituation rund um das Bebauungsgebiet. Weitere Verkehrslasten sind in den physikalisch gegeben engen Straßen unbedingt zu vermeiden. Darüber können Sie sich gerne auch auf unserer Homepage informieren. Mit Ihrer Mitgliedschaft können Sie uns aktiv unterstützen und das Gelingen unserer Vision fördern.
Über deren Umsetzung in einem eigenen Pachtgarten der Bürgerinitiative werden wir in Kürze berichten. Da werden wir insbesondere ausführlich auf den Naturschutz eingehen und die Verbindung von Gartenlandschaft zu den Hülser Bürgern herstellen.

 

Bleiben Sie dran!                       www.lebenswertes-huels.de

Im Rahmen der "Frühzeitigen Bürgerbeteiligung" werden folgende Varianten des BP550 vorgestellt:

 

Beide Entwürfe zeigen, dass die einzigartige Gartenlandschaft "platt" gemacht werden soll. Wenn die wenigen Menschen, die das Gartenland kennen und antreten um es zu verteidigen, dann werden ihnen pauschal partikulare Interessen vorgeworfen.
Natur ist nicht alles, aber Alles ist nichts ohne die Natur!

Eine derartige Ignoranz der verantwortlichen Politiker gegenüber der Natur und den Bürgern hat schon einen besonderen Charakter. Für den Bestand von Natur und Gebäuden in dem Planungsgebiet besteht auch eine Führsorge- und Sicherungspflicht, nämlich genau durch diese Politiker und die Verwaltung.

Welche Risken birgt der BP 550 für die Anlieger?


Mit dem Bauplan 550 soll ein Niedermoortorf-Gebiet bebaut werden, das einen sehr hohen  Grundwasserstand
hat (letzten Sommer sind Flurabstände von 0,3 m gemessen worden - Messstelle am Kretenbäskesweg).
Die "Grüne Lunge" liegt bis zum Anstieg an der Abriss- kante zur Klever Straße auf einem gleichen Höhenniveau (Becken). Der Grundwasserspiegel wird überwiegend durch Niederschläge bestimmt. Bei Starkregen steigt der Grundwasser-spiegel sehr schnell an. Er kann zwischen Trocken- und starken Niederschlagsphasen bis zu
einem Meter schwanken.

Interessant für die ältere Bausubstanz (Häuser ohne "weisse Wanne") sind jeweils die Höchststände.
Derzeit wird im Kliedbruch noch Grundwasser, zum Schutz der dort gebauten Häuser, in die Niepkuhlen gepumpt. Dadurch fließt das Grundwasser aus dem Orbroicher Bruch (Bruchgebiet vor Hüls BP 550) in Richtung Kliedbruch.
Ab 2018 sollen die Pumpen abgeschaltet werden. Das wird zu einer Veränderung des Grundwasserspiegels führen.
Es ist mit einem Anstieg im Orbroicher Bruch zu rechnen, also auch in unserem Baugebiet 550.
 

Wie könnte das Szenario in dem Baugebiet 550 aussehen ,
derzeitige Pläne unterstellt?

Aufgrund der Erschließungsmaßnahmen (Kanalisation) und der Hausbauten (Keller, Tiefgaragen) muss über eine länger Bauzeit das Grundwasser in erheblichem Umfang abgepumpt werden. Die Trockenlegung kann die Torfschichten zerstören und deren Speicherwirkung stark einschränken.
Es kann sogar zu irreversiblen Veränderungen der hydrogeologischen Struktur kommen.
In deren Folge sind Absenkungen zu erwarten. Nach Abschluss der Bauphase (kein Abbumpen mehr),  steigt das Grundwasser wieder auf das alte Niveau, wahrscheinlich aber höher.
Urbane Sturzfluten werden durch die hydrogeologischen Veräderungen kaum noch gepuffert.
 

Welches Risiken lassen sich für die bestehende Bausubstanz ableiten?

  • Der Flächendruck der neuen Gebäude führt zu einem Anstieg des Grundwassers über das jetzige Niveau hinaus.
  • Die Absenkungen können zu Setzungsrisssen führen, insbesondere bei Altbauten und bei Anbauten, die anders gegründet sind als die Haupthäuser.
  • Der Anstieg des Grundwassers kann dazu führen, dass heute trockene Keller zu Feuchtgebieten werden, insbesondere dann, wenn sich die Setzungsrisse bis zur Kellersohle ausbreiten.
  • Hohe Sanierungskosten für den nachträglichen Einbau weisser Wannen, sofern technisch überhaupt  realisierbar oder andere Sanierungsmaßnahmen.
    (im Kliedbruch kostet die Sanierung der Keller über 100.000,- € - einhunderttausend- pro Haus)
  • Längere eingeschränkte Bewohn- und Nutzbarkeit der eigenen Immobilie durch Schimmelbildung.
  • Möglicherweise erhebliche finanzielle Vorleistungen bis Schadensersatzregelungen gegen den Verusacher juristisch durchgesetzt werden können.
     

 



Über eine sinnvollere Nutzung der "Grünen Lunge" können Sie auf unseren Seiten mehr erfahren!

So wird Hüls l(i)ebenswerter!
 

 

 

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